Die 6 Module der Pflegebegutachtung einfach erklärt

Mobilität, Kognition, Verhalten, Selbstversorgung, Therapie und Alltag: Was in den sechs Modulen bewertet wird und wo Gutachten oft zu niedrig liegen.

Die Begutachtung umfasst sechs Lebensbereiche, die unterschiedlich stark gewichtet werden. Wer weiß, wie viel jedes Modul zählt, erkennt schnell, wo sich ein Widerspruch lohnt.

Modul 1: Mobilität (10 %)

Positionswechsel im Bett, stabile Sitzposition, Umsetzen, Fortbewegen in der Wohnung, Treppensteigen. Häufiger Fehler: Wer am Rollator „geht“, wird als selbständig bewertet – obwohl er Begleitung wegen Sturzgefahr braucht.

Modul 2: Kognitive und kommunikative Fähigkeiten (15 %, mit Modul 3)

Erkennen von Personen, Orientierung, Erinnern, Entscheidungen, Verstehen, Gefahren erkennen, Bedürfnisse mitteilen. Menschen mit beginnender Demenz wirken im Gespräch oft orientierter, als sie im Alltag sind.

Modul 3: Verhaltensweisen und psychische Problemlagen (15 %, mit Modul 2)

Unruhe, nächtliche Unruhe, Aggression, Abwehr von Pflege, Ängste, Antriebslosigkeit. Bewertet wird die Häufigkeit. Von Modul 2 und 3 zählt nur der höhere Wert.

Modul 4: Selbstversorgung (40 %)

Das wichtigste Modul: Waschen, Duschen, Anziehen, Essen, Trinken, Toilette, Inkontinenz. Essen zählt dreifach, Trinken und Toilettenbenutzung doppelt. Schon eine falsch bewertete Stufe kann hier 10 gewichtete Punkte kosten.

Modul 5: Krankheits- und therapiebedingte Anforderungen (20 %)

Medikamente, Injektionen, Blutzucker, Verbandswechsel, Arztbesuche, Therapien, Diät. Gezählt wird, wie oft Hilfe nötig ist. Begleitungen zu Ärzten und Therapien werden oft vergessen.

Modul 6: Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte (15 %)

Tagesablauf, Ruhen und Schlafen, Sichbeschäftigen, Planen, Kontakte. Wer ohne Anstoß nichts unternimmt, ist hier nicht „selbständig“.

Alle Schwellen im Detail: Punkte-Tabelle. Selbst ausprobieren: Pflegegrad-Rechner.

Bereit für Ihren Widerspruch?

In 15–20 Minuten vom MD-Gutachten zum fertigen, begründeten Schreiben.